Wacholder
Der Hüter des reinigenden Rauchs
Wesen der Pflanze
Der Wacholder wächst auf kargen Weiden, an sonnigen Hängen und hoch hinauf in die Alpen. In der Schweiz heisst er auch Reckholder. Seine Nadeln stechen, seine blauschwarzen Beeren brauchen zwei bis drei Jahre, bis sie reif sind. Er ist genügsam und hält Wind, Kälte und Trockenheit aus. Im Alpenraum wurde mit seinen Zweigen seit alters in Haus und Stall geräuchert, um zu reinigen und zu schützen.
Innere Haltung
Der Wacholder ist herb und zäh. Er braucht wenig und bleibt, wo andere aufgeben. Sein Duft ist klar und würzig – er räumt auf, ohne viele Worte.
Die wesentlichen Eigenschaften
- reinigend
- genügsam
- wehrhaft
- ausdauernd
- klärend
Er macht den Raum frei für das Wesentliche.
Deutung
Der Wacholder ruft, wenn sich Schweres angesammelt hat – in dir, in deinem Raum, in deinen Gedanken. Er lehrt, zu reinigen und loszulassen und mit wenig gut auszukommen.
Stimme der Pflanze
«Lass den Rauch ziehen. Was bleibt, ist klar.»
Begegnung & Zusammenarbeit
Ihm begegnest du auf Alpweiden und an trockenen, sonnigen Hängen. Zerreibe vorsichtig eine Nadel zwischen den Fingern, rieche daran und atme dreimal tief aus.
Achte darauf
- wo sich Schweres angesammelt hat
- wo du Raum für Neues schaffen darfst
- wo du mit weniger zufrieden sein kannst
Der Wacholder wirkt, wenn du bereit bist, aufzuräumen und loszulassen.
Essenz
Ich lasse los, was mich beschwert, und atme frei.