René Kälineinfach. magisch. sein.

Altes Wissen

Keltisches Wörterbuch

Worte aus dem heiligen Hain

Die Kelten haben ihr Wissen nicht aufgeschrieben, aber ihre Sprache ist nicht ganz verstummt. Vom Gallischen, das auch die Helvetier sprachen, sind Inschriften auf Stein, Blei und Bronze geblieben, dazu Namen von Göttern, Menschen und Orten und Wörter, die Griechen und Römer festhielten. Auf den Britischen Inseln und in der Bretagne leben keltische Sprachen bis heute: Irisch, Schottisch-Gälisch, Walisisch und Bretonisch, mit einer reichen Literatur seit dem frühen Mittelalter.

Hier findest du eine Auswahl: heilige Orte und Anderswelt, Göttinnen und Götter, Druiden und Barden, Jahreskreis und Kalender, Natur, Bäume und Tiere, die zwanzig Zeichen der Baumschrift, keltische Namen in der Schweiz, Wörter, die bis in unsere Sprache gewandert sind, und einige Grüsse. Du kannst auf Keltisch oder in deiner Sprache suchen, auch ohne Sonderzeichen: «sid» findet síd. Ein Klick auf ein Wort zeigt die Bedeutung in den anderen Sprachen, die Quelle und wie gut das Wort belegt ist.

Mehr über Jahreskreis, Ogham und Druiden erzählt die Seite Keltisches Brauchtum.

Wie sicher ist ein Wort?

Belegt heisst: Das Wort steht in einer Inschrift, in einem antiken Bericht oder in einer mittelalterlichen Handschrift, bei den lebenden Sprachen im Wörterbuch. Bei vielen gallischen Wörtern kennen wir die Bedeutung trotzdem nur aus dem Vergleich mit Irisch und Walisisch. Was unsicher ist, steht beim Wort.

Erschlossen heisst: Das Wort ist nirgends geschrieben. Die Sprachforschung hat es aus Tochtersprachen und Lehnwörtern zurückgewonnen. Solche Formen tragen ein Sternchen, etwa *derwo-, «Eiche».

Neuere Prägung heisst: Das Wort ist neu oder hat seine heutige Bedeutung erst in der Neuzeit bekommen, oft bei Iolo Morganwg (um 1800), Robert Graves (1948) oder in der Bewegung der Neodruiden. Diese Wörter haben ihren eigenen Wert, sie sind nur nicht alt. In Büchern und im Netz wird beides oft vermischt, darum steht es hier dabei.

Zur Schreibweise und Aussprache

Gallisch wurde mit griechischen und lateinischen Buchstaben geschrieben. Hier steht es in lateinischer Umschrift, meist in der Grundform, wie sie Xavier Delamarre angibt. Ein u vor einem Vokal steht für w: uindos klingt wie «windos». Bei Namen findest du auch die lateinische Form, etwa Vindonissa.

Altirisch steht in der Schreibweise des eDIL, die heutige irische Form findest du unter den Schreibvarianten (Samain – Samhain). Der Akzent bezeichnet einen langen Vokal. Im Irischen und Gälischen klingen bh und mh wie w oder v, th wie h, dh und gh wie ein weiches ch oder sie verstummen; s vor e und i ist ein sch: sí klingt wie «schii».

Im Walisischen ist w oft ein u (awen wie «a-uen»), dd klingt wie das englische th in «this», ll ist ein gehauchtes l, f spricht man wie v und ff wie f.

Quellen

Gallisch: Xavier Delamarre, Dictionnaire de la langue gauloise (2003) · Pierre-Yves Lambert, La langue gauloise (2003) · Recueil des inscriptions gauloises (Stein von Vaison, Kalender von Coligny) · Caesar, Plinius, Strabon, Lucan, Pausanias, Festus · Urkeltisch: Ranko Matasović, Etymological Dictionary of Proto-Celtic (2009) · Altirisch: eDIL · Walisisch: Geiriadur Prifysgol Cymru · Irisch und Gälisch: teanglann.ie, Am Faclair Beag · Ogham: Damian McManus, A Guide to Ogam (1991) · Schweiz: Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen (2005), Historisches Lexikon der Schweiz, Schweizerisches Idiotikon · Neuere Prägungen: Ronald Hutton, Blood and Mistletoe (2009)

Die Auswahl und die Übersetzungen in fünf Sprachen sind mit Hilfe von KI zusammengestellt und an den genannten Werken ausgerichtet. Die Quelle steht jeweils beim Wort. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib mir gerne.